Fehmarn und Ostholstein

Wir sind in den letzten Jahren jedes Jahr im Frühsommer in Fehmarn gewesen, um mit der Familie Urlaub zu machen. Das Rennrad und das Tourenrad waren natürlich dabei. Die Insel ist ein Superausgangspunkt für Radtouren. Ich habe hier zwei herausgesucht, die eine auf der Insel die andere rüber aufs Festland.

Touren auf Fehmarn

Platt wie eine Flander

Auf der Insel Fehmarn kann man eine Runde von 76 km machen, wie auf der Karte zu sehen. Dabei sind es ausschliesslich verkehrsarme, asphaltierte Wege, nur der Wind kann heftig sein. Das Foto unter "diveres" zeigt die etwas schrägen Bäume. Die Insel ist am Wochenende ein Treffpunkt für Surfer aus ganz Norddeutschland. Die Runde kann man um Burg herum verkürzen auf 60 km nur in Burgstaaken gibt es ca. 500 m übles Kopfsteinplaster und die Strasse von Burg über Wulfen nach Avendorf (unserem Ferienort) ist etwas befahren.

Man kann prinzipiell jeden der Wege gut mit dem Rad befahren, nur auf der Strecke Burg - Petersdorf muß man den Radweg benutzen, die Straße ist zu gefährlich. Mit Rennrad macht der ansonsten gute Radweg wegen des hohen Verkehrsaufkommens keinen Spaß. Ich habe es schon es geschafft, auf der Insel 120 km zu fahren, ohne auch nur 2mal die gleiche Strecke (keinen Meter) zu benutzen.

Wer mit dem Tourenrad unterwegs ist, kann dem sog. Ostseeküsten-Radwanderweg um die Insel folgen, dabei gibt es aber Schotterstrecken, aber eine schöne Aussicht vom Deich.

Eindrücke von der Insel in der Slideshow.

60 km Strecke auf Google anzeigen76 km Strecke auf Google anzeigen

Das Höhenprofil zeigt eine flache Strecke ohne schweißtreibende Steigung, was sie nicht zeigt sind die Strecken mit Gegenwind, den gibt es auf einem Teilstück fast immer reichlich. Auf dem Foto kann man die Bäume in eine Richtung wachsen sehen - nicht umsonst ist Fehmarn auch ein Eldorado für Surfer!


Ostholstein

Ausgangspunkt der Strecke geht von Fehmarn über die Fehmarnsundbrücke. Rechts und links der Fahrbahn gibt es Radwege, auch wenn es manche Radler und Autofahrer irritiert, dass eine E47 (Verlängerung der Autobahn) Fahrradwege hat (die Aussicht ist bei gutem Wetter riesig). Ängstliche können auch einen Fußweg zwischen Brückenpfeiler und -geländer benutzen. Aber die Auf- und Abfahrt ist nichts für mich (eher für Fußgänger).

die Fehmarnsundbrücke ist einzigartig

Auf der anderen Seite des Fehmahrnsunds durch Großenbrode, Heiligenhafen (vorsichtig viele Touristen, aber ein schöner Yachthafen) nach Oldenburg. Auf dieser Strecke gibt es einen neuen Radfahrweg auf der linken Seite und viele Autos. Am Ortseingang Oldenburg gleich dem Ostseeküsten-Radwanderweg folgen nach Weißenhaus / Weissenhäuser Strand. Nicht die B 202 benutzen, hat eklich viel Verkehr vor allem am Wochenende. Von dort kann man über Döhnsdorf (noch besser ein Abstecher nach Hohwacht - sehr schön, aber um den Binnensee herum fahren) und dann nach Hansühn.

Hier ist es ausgeschildert zum Bungsberg, der höchsten Erhebung Schleswig-Holsteins, es gibt sogar einen Skilift für den Winter. Die Strecke ist schön zu fahren aber wellig, das Gelände heißt auch die Holsteinische Schweiz. Der Bungsberg ist nicht so sehenwert, die Straße dahin eine Schotterpiste. Aber die Straße Hansühn nach Schönwalde und dann nach Lehsahn und Grube führt durch eine tolle Landschaft. Die Ostsee sieht man in Dahme wieder.

Es geht weiter über Süssau bis nach Klausdorf, von weitem an dem hohen Sendemast der Bundeswehr zu erkennen. Dann in rasender Fahrt nach Großenbrode und über die Fehmarnsundbrücke nach Hause. Die Tour ist ca. 120-135 km lang je nach Schlenker.

Strecke auf Google anzeigen

Das Höhenprofil zeigt eine flache Strecke mit der höchsten Erhebung - dem Bungsberg.


Ostholstein Gutstour mit Ostseeküstenradweg

Ausgangspunkt der Strecke ist auch dieses Mal Fehmarn. Über die Fehmarnsundbrücke habe ich den Fußweg (mit Erlaubnis Rad zu fahren) gewählt - keine gute Entscheidung wie ich fand. er ist relativ schmal und mit Geschwindigkeit gegen das Geländer ist auch keine schöne Vorstellung.

Danach Richtung Heiligenhafen, kurz davor der Abzweig B 501 Richtung Lübeck. Ich dachte erst, die Strecke entlang der Bundesstraße sei die schlechtere Wahl, aber hinter Klausdorf führt ein abseitiger neuer Radweg durch die Landschaft. Vorbei an den Gütern Görtz und Augustenhof geht es ohne Pause nach Kloster Cismar, eines der Kulturdenkmäler Schleswig-Holsteins.

Von Cismar aus wollte ich zum Ostseeküstenradweg. Es beginnt schon hinter dem Kloster mit einer Schotterstrecke durch eine schöne Landschaft. Ich hoffte, dass dies nur der Zubringer ist. Aber auch der Ostseeküstenradweg ist von Lensterstrand bis Kellenhusen ein Naturweg. Mit dem Tourenrad gehts, mit dem Rennrad würde ich nicht fahren wollen. Ich hatte meinen Crosser dabei und damit ist's ok. Aber bei schönem Wetter und Vatertag ist der Ausflugsverkehr (zu Fuß und per Rad) äußerst hinderlich. Wie gut, dass ich eine Klingel am Crosser habe. In Kellenhusen habe ich Freunde besucht, die Ihre Frühjahrsferien - wie wir - an der Ostsee verbringen. Daher der komische Schlenker des GPS Tracks.

Ab Kellenhusen geht es wieder über aspaltierte Strecken an der Ostseeküste entlang, nur auf einem kurzen Stück hinter Dahme an einigen Campingplätzen gibt es gut befahrbaren Schotter. Über wenig befahrene Nebenstraßen geht es Richtung Großenbrode, wobei man sich einige Güter ansehen sollte. Ostholstein hat keine Schlösser (Außer Eutin) aber die Güter. Zum Beispiel ist Gut Siggen eine sehr imposante Anlage. Die Fotos belegen dies.

das Gut Löhrstorf

Hinter Seekamp führt der Ostseeküstenweg wieder auf sehr gewöhnungsbedürftigem Grund bis Großenbrode. Über die Sundbrücke ist Fehmarn nicht mehr weit.

Strecke auf Google anzeigen


Ostholstein Gutstour mit Mönchsweg und Ostseeküstenradweg

Als Startpunkt habe ich Lütjenbrode gewählt, da die Überfahrt vom Ferienziel Fehmarn über die Brücke nicht so spannend ist, wenn man sie einige Male gemacht hat. Dieses Mal wollte ich mir eine Teil des Mönchswegs (Puttgarden nach Glücksstadt) ansehen. Er ist gut beschildert außer in Heiligehafen, was aber auch an einer großen Zahl von Baustellen liegen kann. Allerdings hat mir mein Navi gute Dienste erwiesen, ich brauchte keine Karte mehr, um den Weg zu finden.

Den Abschnitt von Heiligenhafen nach Göhl empfand ich sehr angenehm ruhig. Göhl bis Oldenburg war sehr verkehrsreich, nicht auf dem guten Radweg, aber auf den Straßen, die zahlreich kreuzten. In Oldenburg führt die Strecke durch die Fußgängerzone und zum Oldenburger Graben, an dem man über einen "Trampelpfad" entlangfährt. Mit Crosser ganz ok. Es schließt sich ein ausgedehntes Naturschutzgebiet an, in dem ich keine Menschenseele gesehen habe. Erst bei Gut Koselau wurde der Weg wieder rennradtauglich. Am Kloster Cismar habe Pause gemacht, die Anlage bietet dazu reichlich Gelegenheiten.

die Klosteranlage Cismar

Der Rückweg führt mich wieder über Dahme und den gut befahrbaren Teil des Ostseeküstenradweges. Leider überraschte mich auf den letzten 5 km ein heftiger Regenschauer, der die Freude über die eigentlich schöne Tour etwas trübte.

Strecke auf Google anzeigen

Abstecher nach Kopenhagen

Nicht mit dem Rad sondern mit der Fähre und dem Auto haben wir einen Tagesausflug nach Kopenhagen gemacht. Das Tagesticket für die Überfahrt ist genau so teuer wie die Tickets für 3 Fahrräder - seltsame Tarifpolitik. Ein Auto mit 5 Insassen und 5 Rädern auf dem Dach ist preiswerter als 5 Personen mit einem Fahrrad!? Wie es auch sei der Ausflug ist zu empfehlen.

Aus Radfahrersicht hat Kopenhagen einiges zu bieten, es gibt einen preiswerten Fahrradverleih an jeder Ecke, man wirft eine 25 Kronen Münze ein und nimmt das Rad, wenn man es zurückgibt, bekommt man den Pfand zurück wie bei Einkaufwagen. Auch gibt es in der Innenstadt eigene Fahrradspuren, die den Namen verdienen und keine gefährlichen, lieblosen Fahrradwege deutscher Bauart. Außerdem gibt es Fahrräder in einer eigenwilligen Bauart (eine Mischung aus Lieferfahrrad und Kinderkarre) aus dem freien Land Christiania. Selten auch mal in Hamburg zu sehen.

Aber dafür sich wir nicht nach Kopenhagen gefahren, sondern wir wollten durch die Innenstadt bummeln, Amalienborg, den Hafen, die Oper sehen, und und und und abends noch in den Tivoli. Haben wir alles gemacht, aber auf der Rückfahrt waren wir auch reichlich erschöpft.

Fotos aus Fehmarn und den Ausflügen gibt es hier zu sehen.


wilf